Ratgeber · Alkohol

MPU wegen Alkohol

Eine MPU wegen Alkohol wird vor allem angeordnet, wenn Sie mit 1,6 Promille oder mehr gefahren sind oder wiederholt unter Alkohol aufgefallen sind. Auch darunter ist sie möglich, schon ab 1,1 Promille, wenn Sie trotz des Alkohols keine Ausfallerscheinungen hatten. In der MPU geht es dann darum, ob Sie Ihren Umgang mit Alkohol dauerhaft verändert haben.

Ab wie viel Promille droht eine MPU?

Die Regeln stehen in § 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Danach ordnet die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU an, wenn einer dieser Fälle vorliegt:

FallWas das heißt
1,6 Promille oder mehrSie haben ein Fahrzeug mit 1,6 Promille Blutalkohol oder 0,8 mg/l Atemalkohol oder mehr geführt. Das gilt auch für das Fahrrad.
Wiederholt unter AlkoholSie sind mehr als einmal im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss aufgefallen, auch mit niedrigeren Werten.
Anzeichen für MissbrauchAndere Tatsachen sprechen für Alkoholmissbrauch, etwa ein ärztliches Gutachten.
Früherer EntzugDie Fahrerlaubnis wurde schon einmal aus einem dieser Gründe entzogen.

Seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2021 kann eine MPU auch nach einer einzigen Fahrt unter 1,6 Promille verlangt werden: wenn Sie mindestens 1,1 Promille hatten und trotzdem keine alkoholtypischen Ausfallerscheinungen zeigten. Das Gericht sieht darin ein Zeichen für eine hohe Gewöhnung an Alkohol.

Was wollen die Gutachter wissen?

Im psychologischen Gespräch geht es nicht darum, Sie zu bestrafen. Die Gutachter wollen einschätzen, ob Sie in Zukunft Alkohol und Fahren sicher trennen. Typische Themen sind:

  • Wie sah Ihr Trinken vor der Auffälligkeit aus, wie viel, wie oft, in welchen Situationen?
  • Warum haben Sie so getrunken? Welche Rolle spielten Stress, Gewohnheit oder Ihr Umfeld?
  • Was haben Sie seitdem verändert, und seit wann?
  • Wie gehen Sie heute mit Situationen um, in denen früher getrunken wurde?
  • Woran merken Sie, wenn Sie in alte Muster zurückfallen, und was tun Sie dann?

Die Gutachter vergleichen Ihre Aussagen mit Ihrer Akte, etwa mit dem gemessenen Promillewert. Wer bei hohen Werten von „zwei Bier“ erzählt, wirkt unglaubwürdig. Ehrlichkeit ist hier der einzige gute Weg.

Verzicht oder kontrolliertes Trinken?

Ob Sie ganz auf Alkohol verzichten müssen oder ob ein kontrollierter Umgang reichen kann, hängt von Ihrer Vorgeschichte ab. Bei vielen Alkohol-MPUs wird ein Abstinenznachweis verlangt, meist über 6 oder 12 Monate. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber zum Abstinenznachweis.

Klären Sie diese Frage früh. Sie bestimmt, wie lange Ihre Vorbereitung dauert und wann ein MPU-Termin sinnvoll ist.

Wie ich Sie vorbereite

Mein fachlicher Schwerpunkt sind Sucht, Alkohol und Rückfallprävention. Wir schauen gemeinsam in Ihre Akte, arbeiten Ihre Geschichte ehrlich auf und üben das Gespräch in einer Simulation. Ziel ist, dass Sie Ihre Veränderung selbst verstehen und in eigenen Worten erklären können, nicht auswendig gelernte Sätze.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, womit Sie in Ihrem Fall rechnen müssen. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.

Häufige Fragen zur Alkohol-MPU

Muss ich nach einer Fahrt mit 1,2 Promille zur MPU?

Nicht automatisch. Unter 1,6 Promille kann die Behörde eine MPU verlangen, wenn weitere Tatsachen auf Alkoholmissbrauch hinweisen, zum Beispiel fehlende Ausfallerscheinungen ab 1,1 Promille oder frühere Auffälligkeiten. Das entscheidet die Behörde im Einzelfall.

Gilt das auch, wenn ich mit dem Fahrrad gefahren bin?

Ja. Die Grenze von 1,6 Promille gilt für das Führen eines Fahrzeugs, dazu zählt auch das Fahrrad.

Brauche ich einen Abstinenznachweis?

Bei vielen Alkohol-MPUs ja, meist über 6 oder 12 Monate. Manchmal genügt ein dauerhaft kontrollierter Umgang mit Alkohol. Das klären wir im Erstgespräch anhand Ihrer Vorgeschichte.

Wie lange dauert die Vorbereitung?

Oft bestimmt der Abstinenznachweis den Zeitplan. Die Vorbereitung selbst umfasst im Alkohol-Paket 12 Einheiten von 60 Minuten.

Der erste Schritt ist ein Gespräch

30 Minuten, kostenlos, am Telefon oder per Video. Danach wissen Sie, was bei Ihrer MPU auf Sie zukommt und wie die Vorbereitung aussehen kann.

Loreta GjestilaPsychologin (M.Sc.)

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