Ratgeber · Das MPU-Gespräch

Fragen im MPU-Gespräch

Im psychologischen Gespräch der MPU fragt die Gutachterin oder der Gutachter nach dem, was in Ihrer Akte steht: wie es dazu kam, was sich seitdem verändert hat und wie Sie diese Veränderung halten. Einen festen Fragenkatalog gibt es nicht. Die Fragen richten sich nach dem Anlass und nach der Fragestellung der Behörde.

So ist die MPU aufgebaut

Eine MPU besteht in der Regel aus diesen Teilen:

TeilWas passiert
FragebogenAngaben zu Ihrer Person, zu Ihrer Vorgeschichte und zum Anlass.
LeistungstestsTests am Computer, etwa zu Reaktion und Aufmerksamkeit.
Ärztliche UntersuchungGesundheit, bei Alkohol oder Drogen auch Laborwerte und mitgebrachte Befunde.
Psychologisches GesprächDas Gespräch über Ihre Geschichte und Ihre Veränderung. Es ist meist der entscheidende Teil.

Die Gutachter dürfen nur prüfen, was für die Fahreignung wichtig ist, und müssen sich an die Fragestellung der Behörde halten. Vor der Untersuchung müssen sie Ihnen Gegenstand und Zweck erklären.

Typische Fragen

Je nach Anlass unterscheiden sich die Fragen. Diese Themen kommen fast immer vor:

  • Was genau ist damals passiert? Erzählen Sie den Ablauf des Tages.
  • Wie sah Ihr Verhalten in der Zeit davor aus, beim Trinken, beim Konsum oder beim Fahren?
  • Warum war das so? Was hat Sie dazu gebracht?
  • Wann haben Sie gemerkt, dass sich etwas ändern muss?
  • Was haben Sie konkret verändert, und seit wann?
  • Wie gehen Sie heute mit schwierigen Situationen um?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie merken, dass Sie in alte Muster zurückfallen?

Für die einzelnen Anlässe finden Sie mehr in den Ratgebern zu Alkohol, Drogen und Punkten.

Warum auswendig gelernte Antworten schaden

Das Gutachten muss nachvollziehbar sein: Es muss zeigen, wie die Gutachter zu ihrem Ergebnis kommen. Dafür vergleichen sie Ihre Antworten mit der Akte und achten darauf, ob Ihre Geschichte in sich stimmig ist. Sätze aus dem Internet passen selten zur eigenen Akte und fallen auf.

Besser als eine perfekte Antwort ist eine ehrliche, konkrete Antwort mit Beispielen aus Ihrem Alltag. Wer seine Veränderung selbst verstanden hat, kann sie auch in eigenen Worten erklären.

Ihre Rechte rund um die MPU

  • Sie wählen die Begutachtungsstelle aus denen, die die Behörde nennt, und teilen ihr Ihre Wahl mit.
  • Sie können die Unterlagen einsehen, die die Behörde an die Begutachtungsstelle schickt.
  • Ein Dolmetscher kann hinzugezogen werden. Die Kosten tragen Sie selbst.
  • Wer Sie vorbereitet, berät oder behandelt, darf Sie nicht begutachten.
  • Befunde, die Sie mitbringen, müssen im Original vorliegen und vom Aussteller unterschrieben sein.

Wie ich Sie vorbereite

Wir lesen Ihre Akte gemeinsam und arbeiten Ihre Geschichte so auf, dass Sie sie selbst verstehen. Dann üben wir das psychologische Gespräch in einer Simulation, so wie es bei der Begutachtungsstelle abläuft. Die Simulation ist in jedem Paket enthalten.

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf Ihre Lage. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht, und das Bestehen der MPU kann niemand versprechen.

Häufige Fragen zum MPU-Gespräch

Gibt es eine Liste mit den Fragen?

Nein. Die Fragen richten sich nach Ihrer Akte und der Fragestellung der Behörde. Die Themen sind aber vorhersehbar, und genau die üben wir in der Vorbereitung.

Kann ich meine Akte vorher sehen?

Ja. Die Behörde muss Sie darauf hinweisen, dass Sie die Unterlagen einsehen können, die sie an die Begutachtungsstelle schickt.

Darf ich einen Dolmetscher mitbringen?

Nach den Grundsätzen für die Begutachtung kann ein Dolmetscher hinzugezogen werden. Die Kosten tragen Sie. Fragen Sie vorher bei Ihrer Begutachtungsstelle nach, wie das dort abläuft.

Was muss ich zum Termin mitbringen?

Einen gültigen Ausweis, falls nötig Brille oder Kontaktlinsen und vorhandene Befunde und Bescheinigungen im Original, zum Beispiel Ihren Abstinenznachweis.

Der erste Schritt ist ein Gespräch

30 Minuten, kostenlos, am Telefon oder per Video. Danach wissen Sie, was bei Ihrer MPU auf Sie zukommt und wie die Vorbereitung aussehen kann.

Loreta GjestilaPsychologin (M.Sc.)

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